liebeslieschen


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Reisen: Städtetrip nach Düsseldorf

Als Ruhrpott-Kind hat man eigentlich nur das Bedürfnis in den eigenen 4 Wänden zu bleiben: Im Ruhrpott. Wir haben hier unsere Mega-Städte (5,1 Millionen Einwohner brauchen schließlich ein zu Hause) und eigentlich haben wir hier alles, was wir brauchen: Parks, Shoppingmeilen, Erholungsgebiete und Lebensbereiche.
Als gute Bürgerin dieses Bundeslandes hat es mich aber auch mal ins Rheinland verschlagen: in unsere Landeshauptstadt. Mit dem Zug eine Stunde Fahrt von Dortmund aus und schon ist man in der Metropole am Rhein.
Mit meiner Partnerin in Crime (Donika, ihr erster Gastpost) habe ich mich dort getroffen, um zum einen einen Douglas-Einkauf zu tätigen, aber auch die Stadt einmal besser kennen zu lernen.


Das muss man sehen:
1. Landtag (Platz des Landes 1, U/S-Bahn: ) – Als schöne Architektur würde ich dieses Gebäude nicht bezeichnen, jedoch ein Must-Have für jeden Einwohner dieses Bundeslandes – schließlich strömen ja auch alle zum Reichstag nach Berlin.
2. Rheinturm (Stromstraße 20, U: Stadttor), Rheinterrassen (U: Nordstraße) und Rheinufer (U/S-Bahn: Heinrich-Heine-Allee). Entlang des Rheins gibt’s hübsche Fleckchen. Auf den Rheinturm kann man hoch fahren und die Aussicht genießen. Ganz oben drin ist ein Restaurant.
Die Rheinterrassen und allgemein das -Ufer laden zum laufen ein. Ruhige Strecken, Restaurants, die Weiße Flotte und einfach ein toller Anblick.
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3. Altstadt. Vor allem im Bereich des Schlossturms und Burgplatzes kann man wundervoll in die kleinen Gassen eintreten und einen ganz anderen Flair der Metropole wahrnehmen. Hier befinden sich auch kleine Restaurants und Kneipen (ideal für eine Mittagspause also; Straßen parallel zur Nördlichen Düssel, wie z.B. Mühlenstraße und Kurze Straße).
4. Königsallee. Der Shoppingmagnet schlechthin erstreckt sich entlang des Stadtgrabens. Edler belaufen als der Berliner Ku’damm gibt es dort namhafte Geschäfte, die das Herz jeder reichen Frau und jedes reichen Mannes mit Sinn für Luxus höher schlagen lassen. Ein paar Beispiele sieht man ja im Video. In den angrenzenden Straßen (Blumenstraße und Schadowstraße) kann man vergnügt weiter shoppen. (S/U: Heinrich-Heine-Allee oder Steinstraße / Königsallee).
In den Medien wurde auch vor längerer Zeit davon berichtet, dass es an der Kö einen Aldi gibt – den mussten wir natürlich sehen! (Königsallee 160)
5. Kaiserteich und Schwanenspiegel – Ständehaus. Dort wird ein Teil der Kunstsammlung von Nordrhein-Westfalen beherbergt. (Ständehausstraße 1, U/S: Graf-Adolf-Platz). Die Außenanlagen sind wirklich sehr sehenswert!
6. Regierungsviertel. Hier empfehle ich die Villa Horion – ein wunderschöner Bau! (Johannes-Rau-Platz, U/S: Poststraße).

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Dort kann man essen und entspannen:
1. O’Reilley’s – Irish Pub an der Mutter-Ey-Straße.
2. Im Bereich der Flinger- und Bolkerstraße sind auch genügend Restaurants und verschiedene Schnellimbisse.

Verkehrsempfehlung:
Anreise mit der Bahn oder mit dem Flugzeug. Parkplatzsituation ist eine Katastrophe – nicht zu empfehlen. Des weiteren ist der öffentliche Nahverkehr (Stadt- und U-Bahn, sowie Busse) gut ausgebaut.


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[2014] Weihnachtsstress – alle Jahre wieder?

Mensch, ist der Zug voll. Hätte ich mir ja denken können. Adventssamstage. Meine Mutter hatte mich noch vorgewarnt: Fahrt bloß nicht in die Stadt! Hätte ich das mal beherzigt. Nun stehe ich nebst Herrn Freund in einem überfüllten Zug, eingequetscht zwischen hundeknutschenden Leuten und grummelig schauenden Weihnachtsshoppern. Wieso können 12 Minuten Fahrt zum nächsten Bahnhof nur so lang werden? Der erste Schwall Shopper verschwindet im ersten Bahnhof. Herr Freund und ich kämpfen uns eisern zu einem relativ bequemen Stehplatz vor. Ein älterer Herr kommt gut gelaunt die Trepper herunter und verkündet, dass die Erste Klasse freigegeben ist. Schön, aber selbst dort stehen im Gang die Menschen. Herr Freund und ich freuen uns einfach auf das erreichen unserer Endstation, mit Verspätung, aber hoffentlich weniger Gedränge. In Essen angekommen löst sich die erste Anspannung. Scheint so, als wären alle auf die Idee gekommen, in Dortmund auf den Weihnachtsmarkt zur riesigen Tanne zu laufen und nicht in Essen, „Essen, die Einkaufsstadt“ Halt zu machen. Glück für uns, Pech für die Dortmunder Blogger, wie Fee ist mein Name oder Dortmunder Mädel. Zielstrebig weichen wir den Einkäufern aus und gelangen zum Internationalen Weihnachtsmarkt. Erst mal ein Glühwein gegen den Stress im Zug! – Wie, Sie haben keinen Glühwein..? Ja, dann halt Apfelglühwein. Hauptsache warm.131214 Weihnachtsmarkt hin oder her, Sportscheck und Hema rufen schließlich nicht alle Tage nach einem. Es hätte mir schon klar sein müssen, als ich die Eingangshallen betrete: Hier kommste nur raus, wenn de nichts kaufst oder ne halbe Stunde an der Kasse stehst. Äh, ja, Weihnachtsgeschenk für Herrn Freund schleppen wäre ja auch unklug bei dem Weg durch die Stadt. Innerliche Notiz für die nächste Bestellung – ach, du armer Postbote! Mittlerweile hat sich nach dem „Einkauf, bzw. Leerkauf“ die Stadt so dermaßen gefüllt, dass der Getränkenachschub schnellstmöglich aus dem Biosupermarkt besorgt werden muss – kleinere Schlange als am Glühweinstand! Komm, jetzt lass uns gehen, bevor auch noch die Langschläfer den Markt erobern und die Geschäfte stürmen! In der Heimat heile angekommen, stolpere ich über den Paketboten. „Mensch, hab ich Rücken.“ Sofort fühle ich mich schlecht, aber immerhin bin ich froh, dass er heute nicht wegen meiner Klicks da ist. Wie man’s macht ist, es also verkehrt.

Meine persönliche Weihnachtscheckliste für die nächsten Adventssamstage und -sonntage:

– Tee trinken. Mildert die Gedanken an den möglicherweise geplatzten Traum von Weißen Weihnachten.

– An den armen Paketboten denken, der womöglich ein neues Sofa in ein Dachgeschoss schleppen muss. Autsch! Immerhin kann ich ihm dann Tee in Aussicht stellen.

– Weihnachtskalorien zählen nicht, und Adventskalorien schmelzen dank der aktuellen hohen Temperaturen doppelt so schnell wie normale! Also: Schokolade, Kuchen, Uni-Fast-Food, ich freu mich auf euch!

– Geschenke einpacken. Ganz ehrlich, ich hab schon einen laaaangen Einkauf hinter mir, dafür war der umso erfolgreicher. Kein armer Paketbote musste leiden für mich und ich hatte ein paar schöne Muskelübungen gratis.

– Silvester planen. Ist doch so? Nach den Weihnachtstagen fällt man in ein Essensloch. Vielleicht sind noch ein paar Reste da, aber so wirklich viel gibt es dann nicht mehr auf die Gabel. Gut, dass das letzte Highlight des Jahres dann endlich kommt!

– Liebeslieschen auffrischen – kommt euch ja auch zu Gute!

Und damit wünsche ich euch einen schönen zweiten Advent morgen!


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[inszenieren] Bleib jetzt bloß nicht stehen!

Durchhalten und Durchziehen

Jetzt gibt es kein Zurück mehr. Kein Kneifen. Kein Vermeiden. Jetzt muss ich es durchziehen. Voller Leidenschaft.

Ich spreche natürlich von meiner Theaterpremiere im Januar. Die Termine sind im Kalender rot angestrichen, erste Plakatideen entwickeln sich, das Probenwochenende steht vor der Tür und wir haben schon ein Drittel des Stückes grob durchgeprobt.

Gestern haben wir den kompletten ersten Akt wiederholt. Es ist schön, zu sehen wie sich die Abläufe allmähliche automatisieren und wie sich die Figuren in den Schauspielerin einbrennen. Die geplanten Situationen scheinen sich wie aus dem Nichts ganz natürlich zu ergeben – als würden die Personen ihrem inneren Instinkt folgen. Das klingt jetzt so als wäre alles schon perfekt, was es selbstverständlich noch nicht ist, aber man sieht wo die Reise hingehen wird.

Etwas vermisse ich doch: Wo ist eigentlich die ständige Angst? Die Angst, zu versagen. Die Angst, einen falschen Weg eingeschlagen zu haben. Die Angst, plötzlich nicht mehr weiter zu können – oder zu wollen. Wenn man an Angst denkt, denkt man an Schweißausbrüche, Nervosität, Tränen. Doch das zeigt sich nicht. So spüre ich die Angst nicht. Jedenfalls nicht direkt. Sie äußert sich eher darin, gelähmt zu sein, sich nicht zu fokussieren, sich nicht ausdrücken zu können, keine Ideen zu haben. Da ist die Angst, nicht gut genug zu sein für den Job. Jedenfalls sieht so meine Vorstellung aus. So müsste es doch sein.

Doch so ist es nicht. Klar, sind da Unsicherheiten in mir und ich frage mich, ob den Leuten meine Inszenierung gefallen wird, aber trotzdem ist da eine unglaubliche Lust, kreativ zu sein und mit Menschen zu arbeiten. Ich habe Lust, Neues auszuprobieren. Ich erfreue mich daran, während der Proben überrascht zu werden oder zu sehen, dass mein Kopfkino (, das ich beim Lesen des Stückes hatte) auch in real funktioniert.

Es ist für mich noch ein weiter Weg zur Regisseurin. Ich habe noch viel zu lernen und werde sicherlich das ein oder andere Mal auf die Schnauze fallen, aber wozu haben wir denn Arme und Beine, wenn wir nicht mit ihnen wieder aufstehen und weitergehen können?

Wichtig ist doch, dass man sein Ziel nicht aus den Augen verliert (auch wenn es noch so weit entfernt erscheint):

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Letztendlich ist das Projekt jetzt auch nur ein „Probelauf“. Ich bin eine junge, leidenschaftliche Studentin und darf mich noch ausprobieren. Es kommt kein Druck von irgendwelchen Intendanten oder Erwartungen von Außerhalb. Ich darf einfach mal machen, wonach mir der Sinn steht und meiner Leidenschaft nachgehen. Dafür kann ich sehr dankbar sein.

Das wichtigste im Leben ist ja ohnehin, dass man sich ausprobiert, einen Weg einschlägt und seine Ziele verfolgt. Wenn man merkt, dass es nicht mehr passt, kann man immer noch einen anderen Weg suchen gehen.

Oder wie seht ihr das? Geht probieren über studieren? Aber wann muss man sich dann mal festgelegt haben?


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[inszenieren] Die skeptische Herausforderung.

In vielen Geschichten wird die Frage nach Realität und Wahnrehmung gestellt. In Inception verschwimmen die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit, in Matrix lässt sie sich vom Computer aus steuern und Alice im Wunderland legt das Augenmerk auf die Unendlichkeit der Fantasie. Sehnsüchte und Wünsche können im Traum realisiert werden. Tote können auferstehen. Menschen können fliegen. Ungeheure Monster können einem Angst und Schrecken einjagen. Aber wo sind die Grenzen? Die Möglichkeiten der Fantasie scheinen unbegrenzt und Träume können sich schon fast wie Realität „anfühlen“. Trotzdem scheint uns normalerweise immer bewusst zu sein, wenn wir wach sind. Wir können aktiv handeln. Die physikalischen Gesetze sind intakt. Alles scheint real. Und dennoch bleibt aus der Sicht eines philosophischen Skeptikers (begründeter) Zweifel daran, ob wir (echtes) Wissen über unsere Umwelt besitzen können, d.h. ob das, was wir als Realität erkennen zu glauben, tatsächlich Realität ist. Im Skeptizismus wird uns die Fähigkeit abgesprochen, einerseits durch Verstand und andererseits durch Erfahrung und Wahrnehmung, wahrhaftige Erkenntnis über die Welt zu erlangen. D.h. alles, was wir sehen und alles, was wir denken, könnte nicht wahr sein. Es könnte uns nur „vorgegaukelt“ oder von einem Computer eingespeißt worden sein. Eine ziemlich verrückte Vorstellung, findet ihr nicht auch? (Wer das vertiefen möchte, dem empfehle ich Einführung in die Erkenntnistheorie. Link.)

Auch in Mike LaMarrs Krimikomödie Die Leiche in der Badewanne werden mehrere Realitätsebenen geöffnet, die fortwährend ineinander übergreifen.  Daraus ergeben sich für den aufmerksamen Zuschauer viele (philosophische) Fragen. Was nehme ich wahr? Was ist meine Realität? Was beeinflusst sie? Gibt es nur meine Realität? Gibt es überhaupt eine Realität? Oder sind es immer mehrere? Und wo ist das weiße Kaninchen?

Theater ist ja schonmal per se beides: Realität und Fiktion. Realität in dem Sinne, dass sich zur gleichen Zeit am gleichen Ort Zuschauende und Agierende befinden. Fiktion ist die Geschichte und die Figuren, die sich darstellen und die wahrgenommen werden können. Aber da hört der skeptische Gedanke ja nicht auf. Er fängt gerade an: Vielleicht ist der Umstand der Gleichzeitigkeit der Zuschauenden und Agierenden auch Fiktion? Auch manipuliert? Wer nimmt was wie wahr? Wo ist der Ursprung von allem Seiendem und sich Darstellendem?

In LaMarrs Stück gibt es zunächst mal drei Ebenen der Realilät: die des Publikum, die der Möbelmänner, welche die Bühne einrichten, und die der WG-Bewohner. Ich möchte in meiner Inszenierung noch mehr Ebenen der Realität öffnen, mit ihnen spielen, sie verschwimmen lassen. Im Moment schwebt mir noch eine filmische Realitätsebene vor, die sich zwischen dem Publikum und den Möbelmännern einordnet. Außerdem noch eine mit Marionetten bespickte Ebene unterhalb der WG-Bewohner. Mal sehen, vielleicht fallen mir noch mehr ein. Im Stück selbst kommt die erkenntnistheoretische Note leider nicht so gut raus, deshalb will ich sie im Laufe des Probenprozesses deutlicher herausarbeiten neue Aspekte hinzufügen. Mein Ziel ist es, auch denjenigen Zuschauern den Weg zum skeptischen Denken über die eigene Wahrnehmung zu eröffnen, die sonst nicht mit Philosophie in Berührung kommen. Ich möchte die Zuschauer an den Stellen kitzeln, von denen sie gar nicht wussten, dass sie dort kitzelig sind. Und vor allem: Was können die Zuschauer sich für ihren Alltag mitnehmen?

Macht ihr euch Gedanken über die Realität? Im Alltag scheint fortwährender Skeptizismus unpraktisch, wenn nicht sogar gefährlich zu sein (z.B. im Straßenverkehr, da muss man das glauben, was man sieht, sonst wird man umgefahren), aber ein Hinterfragen und des alltäglichen sollte allemal drin sein. Oder?


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[inszenieren] Die Sache mit den Proben

Theater lässt sich nicht wiederholen und doch kann es ohne Wiederholung nicht leben.

Inszenieren ist super. Proben macht Spaß und „meine“ Schauspieler sind einfach allesamt sympathische Menschen. Und dem Kern des Stückes kommen wir auch langsam näher.

Aber was mich wirklich aufregt ist die unmögliche Terminkoordination. Vier von meinen Schauspielern machen noch bei einem anderen Stück mit, dass jetzt zunächst erstmal Priorität hat, aber natürlich können die vier nicht an zwei Orten gleichzeitig sein. Es fällt mir schwer, darüber zu schreiben, denn ich rege mich zwar in dem bestimmten Moment gerne auf, aber lange kann ich niemandem wirklich böse sein. Deshalb möchte ich mich auch nicht länger damit aufhalten. ;)

Mir kamen in den letzten Tagen viele neue Ideen für das Stück, für die Inszenierung und insgesamt für die kommenden Monate. Die Leiche in der Badewanne besteht ja ohnehin schon aus mehreren Realitätsebenen und genau die möchte ich weiter ausbauen und erweitern. Das Stück im Stück im Stück im Hier und Jetzt? Es bliebt spannend. ;)