liebeslieschen


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Zeit für einen Neuanfang – Oder: Weshalb ich gehe.

Was war?

69 Beiträge in 768 Tagen. Über zwei Jahre durfte ich bei Dani an Liebeslieschen mitschreiben und den jungen Blog mit meinen Ideen füllen und gestalten. Es waren über zwei Jahre voller Inspiration, Freundschaft, Scheitern, angefangener Projekte und neuer Horizonte. Es gab Phasen des Eifers, der Motivation und der unbedingten Mitteilsamkeit. Es gab aber auch lange Phasen der Unlust. Es fehlte mir an Kreativität und Durchhaltevermögen. Ebenso fragte ich mich des Öfteren, wo die Reise hingehen sollte. Wem nützen meine Beiträge etwas? Wer wollte meine geistigen Ergüsse lesen? Irgendwann kommt man an einen Punkt, an dem man nur noch so vor sich hin schreibt ohne große Motivation dahinter. Man produziert Beiträge, um Beiträge zu produzieren.

Mir wurde klar, dass ich vergaß, schön zu schreiben. Eigentlich liebe ich Worte, ich liebe Poesie, ich liebe die Kunst, die sich dahinter verbirgt, aber mit der Zeit habe ich den Sinn dafür verloren. Die Worte waren nur noch Mittel zum Zweck. Auf die Schnelle habe ich die Beiträge verfasst. Von Brillanz sind meine Texte sicher noch weit entfernt, aber ich möchte wieder bewusster schreiben. Ich möchte mich für das schöne Schreiben entscheiden. Ich möchte wieder die Schönheit in Worten und Sätzen finden und sie weiterentwickeln. Es wird Zeit, wieder Geschichten zu erzählen und vor allem sie gerne zu erzählen. Ich möchte meiner Fantasie freien Lauf lassen, aber auch meine Gedanken ordnen.

blogchronikDas ist aber noch nicht alles. Es kommt hinzu, dass Dani und ich uns thematisch mittlerweile sehr weit voneinander entfernt haben. Sie macht ihr großartigen Reisereportagen und Kochrezepte, ich wende mich zunehmend dem Theater zu. Gerade in der letzten Zeit haben Danis Beiträge enorm an Qualität, Leidenschaft und Nähe gewonnen. Das bewundere ich an ihr. Ich bewundere auch ihr Durchhaltevermögen und ihre Zuverlässigkeit, denn ich muss zugeben, dass ich in den letzten zwei Jahren nicht immer die zuverlässigste Blogpartnerin war. Es war eine wunderschöne Zeit, aber nun sind wir so weit, getrennte Wege zu gehen. Dani und ich, wir werden eng verbunden bleiben. Das steht fest.

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Was kommt?

Natürlich werde ich dem Bloggen weiterhin treu bleiben. Das Bloggen ist meine Leidenschaft. Ich werde mich aber zunehmend mit den Themen auseinandersetzen, für die mein Herz brennt: das Theater, die Musik, die Literatur… Bereits in den letzten Monaten habe ich mich intensiv auf dem Blog mit dem Theater auseinandergesetzt und ich glaube, dass es dafür durchaus eine Zielgruppe gibt, aber eben nicht auf Liebeslieschen.

Deshalb werde ich Anfang des Jahres mit einem neuen Blog zurückkehren – und das nicht alleine. Eine sehr gute Studienfreundin und ich, wir sind schon mitten in der Planung für diesen neuen Blog. Wir werden uns vorwiegend mit Theater, aber auch mit Literatur, Musik, Kunst, Film, Stil, Fotografie, Zeitgeschehen, Menschen und Philosophie auseinandersetzen. Wir werden uns auf die Schönheit der Kultur in unserer Welt konzentrieren und unseren Gedanken freien Lauf lassen. Einerseits geht es uns darum, guten Inhalt, schöne Texte, aber auch wieder gute Fotos zu produzieren. Ich werde mich wieder mehr mit meinen Kameras beschäftigen und mehr über und mit ihnen lernen.

Ich freue mich sehr auf das nächste Jahr. Es wird sicherlich eine spannende neue Blogphase. Sobald der neue Blog online ist, werdet ihr auf Liebeslieschen darüber informiert werden, keine Sorge. ;-) Nun geht es für mich aber zunächst einmal in die wohlverdiente Weihnachtspause. Ich wünsche euch, meinen Lesern, wunderbare Weihnachten und einen guten Rutsch ins Jahr 2015. Wir sehen uns im nächsten Jahr wieder.

Zum Stöbern:

Meine Lieblingsposts:

{uni 19} Mein Mutbuch. (15.01.13)
Das Leben in einem Koffer (14.04.13)
{uni} Die Angst kontrolliert mich nicht mehr (08.02.14)
Erste Gedanken und erste Schritte als junge Regisseurin (06.04.14)
SHOTs of: Dort am Horizont (19.10.14)
Bist du ein Träumer oder ein Macher? (08.11.14)

Meine Lieblingsbilder:


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SHOTs of: Bäume tauchen in Orange

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Was passiert an einem wunderschönen Foto-Tag, man sich aber nicht aufraffen kann, rauszugehen? Genau. Die Sonne ist weg. Oder fast. so ist es mir vor ein paar wochen passiert und eigentlich wollte ich alle Fotos in die Tonne kloppen, aber ich habe mich dann doch erbarmt und ein wenig an den Photoshop-Reglern gedreht. Und siehe da: Irgendwas kann ich den Bildern doch noch abgewinnen. ;-) Beim ersten gefällt es mir, dass die Wolken so ein bisschen verwischt sind… Was meint ihr?

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[inszenieren] Bleib jetzt bloß nicht stehen!

Durchhalten und Durchziehen

Jetzt gibt es kein Zurück mehr. Kein Kneifen. Kein Vermeiden. Jetzt muss ich es durchziehen. Voller Leidenschaft.

Ich spreche natürlich von meiner Theaterpremiere im Januar. Die Termine sind im Kalender rot angestrichen, erste Plakatideen entwickeln sich, das Probenwochenende steht vor der Tür und wir haben schon ein Drittel des Stückes grob durchgeprobt.

Gestern haben wir den kompletten ersten Akt wiederholt. Es ist schön, zu sehen wie sich die Abläufe allmähliche automatisieren und wie sich die Figuren in den Schauspielerin einbrennen. Die geplanten Situationen scheinen sich wie aus dem Nichts ganz natürlich zu ergeben – als würden die Personen ihrem inneren Instinkt folgen. Das klingt jetzt so als wäre alles schon perfekt, was es selbstverständlich noch nicht ist, aber man sieht wo die Reise hingehen wird.

Etwas vermisse ich doch: Wo ist eigentlich die ständige Angst? Die Angst, zu versagen. Die Angst, einen falschen Weg eingeschlagen zu haben. Die Angst, plötzlich nicht mehr weiter zu können – oder zu wollen. Wenn man an Angst denkt, denkt man an Schweißausbrüche, Nervosität, Tränen. Doch das zeigt sich nicht. So spüre ich die Angst nicht. Jedenfalls nicht direkt. Sie äußert sich eher darin, gelähmt zu sein, sich nicht zu fokussieren, sich nicht ausdrücken zu können, keine Ideen zu haben. Da ist die Angst, nicht gut genug zu sein für den Job. Jedenfalls sieht so meine Vorstellung aus. So müsste es doch sein.

Doch so ist es nicht. Klar, sind da Unsicherheiten in mir und ich frage mich, ob den Leuten meine Inszenierung gefallen wird, aber trotzdem ist da eine unglaubliche Lust, kreativ zu sein und mit Menschen zu arbeiten. Ich habe Lust, Neues auszuprobieren. Ich erfreue mich daran, während der Proben überrascht zu werden oder zu sehen, dass mein Kopfkino (, das ich beim Lesen des Stückes hatte) auch in real funktioniert.

Es ist für mich noch ein weiter Weg zur Regisseurin. Ich habe noch viel zu lernen und werde sicherlich das ein oder andere Mal auf die Schnauze fallen, aber wozu haben wir denn Arme und Beine, wenn wir nicht mit ihnen wieder aufstehen und weitergehen können?

Wichtig ist doch, dass man sein Ziel nicht aus den Augen verliert (auch wenn es noch so weit entfernt erscheint):

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Letztendlich ist das Projekt jetzt auch nur ein „Probelauf“. Ich bin eine junge, leidenschaftliche Studentin und darf mich noch ausprobieren. Es kommt kein Druck von irgendwelchen Intendanten oder Erwartungen von Außerhalb. Ich darf einfach mal machen, wonach mir der Sinn steht und meiner Leidenschaft nachgehen. Dafür kann ich sehr dankbar sein.

Das wichtigste im Leben ist ja ohnehin, dass man sich ausprobiert, einen Weg einschlägt und seine Ziele verfolgt. Wenn man merkt, dass es nicht mehr passt, kann man immer noch einen anderen Weg suchen gehen.

Oder wie seht ihr das? Geht probieren über studieren? Aber wann muss man sich dann mal festgelegt haben?


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Travel: Erholung in Konstanz

Konstanz, Bodensee

Während Dani im Sommer Friesland bereiste, nahm ich mir im September eine Auszeit von den Hausarbeiten und besuchte eine Freundin in Konstanz. Es ist ein wirklich schönes, schnuckeliges Städtchen und durch den riesigen See hat man gleich ein wenig Meeresgefühl dabei. Ich habe euch ja schon hier vorgeschwärmt wie faszinierend es ist plötzlich den See vor sich zu haben und werde mich nun der Stadt widmen.

Konstanz, Bodensee

Konstanz, Imperia, Bodensee

Fahrt unbedingt im Sommer nach Konstanz, denn dann könnt ihr entweder in einem der vielen – öffentlich zugänglichen – Seebäder baden oder aber mit dem Bötchen rausfahren. Es gibt Tretboote, aber auch kleinere Motorboote. Wir haben uns für ein Tretboot entschieden. Es war herrlich. In obigen Bild links seht ihr die Imperia. In ihrer Hand tronen, kleine, fette Karikaturen von Papst und Kaiser…

Konstanz, Bodensee

In der Innenstadt und in der Altstadt rund um den Münster gibt es viele kleine Boutiquen, in denen man stöbern kann und kleine Souvenires ergattern kann. Sehr zu empfehlen ist das Teehaus in der Altstadt. (Nicht auf dem Bild.) Hier gibt es nicht nur viele Teesorten, sondern auch Kaffee, Kerzen, Bänder und andere Souvenirs. Außerdem ist es mit einem kleinen Café verbunden.

Konstanz, Bodensee

Bodensee, Konstanz

Bodensee, Konstanz

 


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[lesenswertes denken] Bist du ein Träumer oder ein Macher?

Generation Y - Träumer oder Macher?

Träumer oder Macher?

Wir, die zwischen Ende der 70er bis Anfang der 90er Jahre Geborenen, werden zur Generation Y gezählt. Uns wird nachgesagt, wir seien zu anspruchsvoll, hätten übersteigerte Erwartungen und durch Facebookdarstellungsweisen ein verklärtes Bild der Realität. Wir hielten uns für etwas Besonderes, ohne etwas dafür getan zu haben. Uns wurde weis gemacht, die Besonderheit mit Löffeln gefressen zu haben, denn für unsere Eltern seien wir natürlich etwas ganz Besonderes. Und dafür müssten wir nichts tun. Für die Besonderheit in unserem Leben müssten wir wohl etwas tun. Es reiche nicht, einfach AWESOME zu sein.

Das Problem, dass sich dabei eigentlich ergebe, liege in den übersteigerten Erwartungen und dem falschen Bild von uns und unserer Umgebung, das uns den Weg zum Glück versperre. Die Formel für Glück scheint ganz einfach zu sein: „Wenn es besser kommt, als man erwartet hat, ist man glücklich. Wenn es schlechter kommt als erwartet, ist man unglücklich.“ Klingt erstmal logisch. Das Problem: Unsere Erwartungen seien dermaßen hoch, dass sie niemals erfüllt werden könnten. D.h. wir könnten nicht glücklich werden.

Aber was ist daran wirklich dran? Haben wir ein übersteigertes Selbstwertgefühl? Halten wir uns immer für besser als andere? Sind wir neidisch auf die Facebook-gestylten-Leben unserer „Freunde“?

Ich fühle mich nicht so, als hätte ich ein übersteigertes Selbstwertgefühl. Ich halte mich nicht für besser als andere – zumindest meistens. Es fällt mir schwer, zu dem zu stehen, was ich denke oder wie ich handele oder was ich möchte. Ich bin nicht absolut von mir selbst überzeugt. Ich lasse gerne die anderen vor. Ich nehme auf sie Rücksicht und stecke selbst zurück. Ich stehe nicht im Mittelpunkt. Das ist okay.

Und doch sind da die Träume. Ich wäre gerne etwas Besonderes. Ich würde gerne großen Erfolg haben. Ich möchte gerne gut sein, in dem, was ich mache. Und ich hätte gerne Anerkennung und Bestätigung von Außen. Da ist dieses Bild von mir auf den Brettern, die die Welt bedeuteten – von allen gefeiert. Aber mir fehlt der Antrieb, etwas dafür zu tun. Ich mache alles nur so halbherzig. Erfolg macht Arbeit. Arbeit macht keinen Spaß. Aber wir wollen doch vor allem Spaß haben? Immer und überall. Dank Smartphone und Candy Crush klappt das ja auch. Der kurze Spaß für zwischendurch verschleiert den Blick auf das Wesentliche: Glück in der Zukunft. Ein Glück, das die Basis für unser Leben bildet. Ein glücklicher Grundzustand. Basis-Glück sozusagen. Dieses Basis-Glück erhalten wir nicht durch WhatsApp-Smileys oder Catcontent.

Es gibt einen Unterschied zwischen dem Träumen vom Glück und dem tatsächlich aktiven Weg zum (Basis-)Glück. Beim Träumen spielt man nur seine eigene Version von Die fabelhafte Welt der Amélie im Kopfkino nach. Beim Machen ist man Bahia aus dem Film Der Name der Leute. Sie zeigt keine Angst, sie macht einfach und das aus Leidenschaft. Sie denkt nicht nur an sich, sie kämpft für andere – auch eine Art des Rücksichtnehmens. Und doch schießt sie auch mal übers Ziel hinaus und steigt nackt in der U-Bahn. Dass sich ganz tief in ihr drin doch einige Ängste tummeln, macht sie nur menschlich – aber sie schafft es, sie zu überwinden.

Dieses Thema geht einigen im Kopf rum: Auch Julia von Fashion Attitude hat sich in den letzten Tagen mit diesem Thema auseinander gesetzt. Sie sagt, man könne nicht alle Personen einer Altersgruppe über einen Kamm scheren und Generation Y nennen, man müsse die Menschen vielmehr nach ihren Interessen, Neigungen und Fähigkeiten „gruppieren“ – wenn überhaupt. Und Christian von Medium wirft die Frage nach der Henne und dem Ei in den Raum. Wer war zuerst da? Die Generation Y als reales Phänomen einer Gruppe oder das mediengeprägte Vorurteil über einen bestimmten Teiler einer Gruppe? Auch Sonja kommt zu dem Schluss, dass sich eigentlich nur wenigen Menschen unserer Generation der Schuh des Y anziehen lässt. Letztendlich fordern alle drei BloggerInnen, dass man wieder auf die Individuen schauen soll und nicht auf irgendeine Statistik. Eine schöne Zusammenfassung gibt auch vom DRadio Wissen.

Was seid ihr? Träumer oder Macher? Wie geht ihr mit oben formulierten Vorwürfen um?