liebeslieschen

[inszenieren] Bleib jetzt bloß nicht stehen!

3 Kommentare

Durchhalten und Durchziehen

Jetzt gibt es kein Zurück mehr. Kein Kneifen. Kein Vermeiden. Jetzt muss ich es durchziehen. Voller Leidenschaft.

Ich spreche natürlich von meiner Theaterpremiere im Januar. Die Termine sind im Kalender rot angestrichen, erste Plakatideen entwickeln sich, das Probenwochenende steht vor der Tür und wir haben schon ein Drittel des Stückes grob durchgeprobt.

Gestern haben wir den kompletten ersten Akt wiederholt. Es ist schön, zu sehen wie sich die Abläufe allmähliche automatisieren und wie sich die Figuren in den Schauspielerin einbrennen. Die geplanten Situationen scheinen sich wie aus dem Nichts ganz natürlich zu ergeben – als würden die Personen ihrem inneren Instinkt folgen. Das klingt jetzt so als wäre alles schon perfekt, was es selbstverständlich noch nicht ist, aber man sieht wo die Reise hingehen wird.

Etwas vermisse ich doch: Wo ist eigentlich die ständige Angst? Die Angst, zu versagen. Die Angst, einen falschen Weg eingeschlagen zu haben. Die Angst, plötzlich nicht mehr weiter zu können – oder zu wollen. Wenn man an Angst denkt, denkt man an Schweißausbrüche, Nervosität, Tränen. Doch das zeigt sich nicht. So spüre ich die Angst nicht. Jedenfalls nicht direkt. Sie äußert sich eher darin, gelähmt zu sein, sich nicht zu fokussieren, sich nicht ausdrücken zu können, keine Ideen zu haben. Da ist die Angst, nicht gut genug zu sein für den Job. Jedenfalls sieht so meine Vorstellung aus. So müsste es doch sein.

Doch so ist es nicht. Klar, sind da Unsicherheiten in mir und ich frage mich, ob den Leuten meine Inszenierung gefallen wird, aber trotzdem ist da eine unglaubliche Lust, kreativ zu sein und mit Menschen zu arbeiten. Ich habe Lust, Neues auszuprobieren. Ich erfreue mich daran, während der Proben überrascht zu werden oder zu sehen, dass mein Kopfkino (, das ich beim Lesen des Stückes hatte) auch in real funktioniert.

Es ist für mich noch ein weiter Weg zur Regisseurin. Ich habe noch viel zu lernen und werde sicherlich das ein oder andere Mal auf die Schnauze fallen, aber wozu haben wir denn Arme und Beine, wenn wir nicht mit ihnen wieder aufstehen und weitergehen können?

Wichtig ist doch, dass man sein Ziel nicht aus den Augen verliert (auch wenn es noch so weit entfernt erscheint):

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Letztendlich ist das Projekt jetzt auch nur ein „Probelauf“. Ich bin eine junge, leidenschaftliche Studentin und darf mich noch ausprobieren. Es kommt kein Druck von irgendwelchen Intendanten oder Erwartungen von Außerhalb. Ich darf einfach mal machen, wonach mir der Sinn steht und meiner Leidenschaft nachgehen. Dafür kann ich sehr dankbar sein.

Das wichtigste im Leben ist ja ohnehin, dass man sich ausprobiert, einen Weg einschlägt und seine Ziele verfolgt. Wenn man merkt, dass es nicht mehr passt, kann man immer noch einen anderen Weg suchen gehen.

Oder wie seht ihr das? Geht probieren über studieren? Aber wann muss man sich dann mal festgelegt haben?

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Autor: priselotta

24 Jahre, Studentin (Theater- und Medienwissenschaft und Philosophie), verrückt nach Theater, Filmen, Serien, Büchern,...

3 Kommentare zu “[inszenieren] Bleib jetzt bloß nicht stehen!

  1. Der Weg ist das Ziel! Alles Liebe & Gute.

  2. ich find alles super, was man in der realität ohne druck ausprobieren KANN. wenn man die möglichkeit hat, das zu machen, sollte man sie auf jeden fall mit beiden händen beim schopf packen. ich wünsche dir VIEL spaß und alles gute, wird schon schiefgehen :)

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