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[inszenieren] Das passende Stück auswählen

5 Kommentare

Stücke auswählenNachdem sich nun Dani eine kleine Pause gönnt, bin ich mal wieder dran, unseren Blog mit Inhalt zu füllen. Lange habe ich nichts von mir hören lassen. Lange habe ich mit mir gehadert, in welche Richtung sich meine Blogposts bewegen sollen. Lange konzentrierte ich mich auf Uni,  Freunde und Theater, aber jetzt kann ich wieder frisch und motiviert ans Werk gehen.

Wie ihr ja vielleicht wisst, interessiere ich mich sehr fürs Theater und studiere auch u.a. Theaterwissenschaft. Im Jahr gehe ich sicher an die 10-15 Mal ins Theater und bin jedes Mal aufs Neue fasziniert – zugegeben, ich hab auch schon viel Schlechtes oder Langweiliges gesehen, aber das gehört eben auch dazu. Nieten sind immer dabei. An der Stelle möchte ich schnell auf meinen Nebenblog meaning[of]theatre hinweisen. Dort habe ich angefangen über Theateraufführungen zu schreiben. Zwar fehlt es noch an Inhalt, aber ich hoffe, dass es in der nächsten Spielzeit besser wird.

Nun zum eigentlichen Thema: Im nächsten Semester werde ich mit einer Laientheaterspielgruppe ein Stück inszenieren. Ich bin schon ganz aufgeregt und habe so viele schöne Ideen. Hach, aber bevor man loslegen kann, muss man erstmal ein Stück finden. Das ist gar nicht so einfach.

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Stücke suchen und finden

Um ein geeignetes Stück zu finden, muss man viele Stücke lesen, lesen, lesen. Dazu kann man natürlich erstmal in der eigenen Erinnerung kramen. Welche Bücher habe ich in der Schule gelesen? Welche Dramen waren darunter? Welche haben mir gefallen?

Zusätzlich kann man in Büchereien gehen oder die entsprechenden Abteilungen in Buchhandlungen durchforsten. Die Klassiker wie Goethe, Shakespeare, Wedekind, Tschechov etc. findet man dort auf jeden Fall. Der Vorteil an den Autoren, die schon 70 Jahre tot sind, ist, dass man für die keine Rechte mehr zahlen muss – es sei denn es handelt sich – z.B. bei Shakespeare – um eine neuere Übersetzung. Dann muss man natürlich noch Rechte zahlen.

Ich hatte aber keine Lust auf die alten Schinken. Die wurden schon zu tausendfachst durchgekaut – ich wollte etwas modernes, etwas junges, etwas mit Pepp. Deshalb habe ich die Verlagsseiten durchstöbert. Ganz naiv habe ich „Theaterverlag“ in die Suchmaschine eingegeben und durfte mich gleich durchstöbern. Wir hätten da den Reinehr Verlag, den Mein Theaterverlag, den deutschen Theaterverlag, den Rowohlt Theaterverlag, den Theaterverlag Rieder, den Impuls Theaterverlag, den Plausus Theaterverlag, den Wilhelm Köhler Verlag – um nur ein paar zu nennen. Meist sind die Stücke in Kategorien wie Krimi, Drama, Komödie, etc. unterteilt. Dadurch lässt sich schonmal eine erste Vorauswahl treffen. Trotzdem muss man viel Zeit und Geduld mitbringen, um sich durch die viele Beschreibungen zu ackern.

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Stücke lesen, lesen, lesen

Wenn man erstmal ein paar interessant klingende Stücke gefunden hat, muss man sie natürlich komplett durchlesen. Wenn man bei den Theaterverlagen schaut, gibt es meist eine Vorabansicht, d.h. man kann in die ersten 20-30 Seiten reinlesen. Das genügt natürlich nicht, um sich für ein stück zu entscheiden, deshalb lässt man sich am besten ein Ansichtsexemplar schicken. Das kostet ein paar Euro (manchmal auch nichts), aber  die sind gut investiert, denn erst mit mehrmaligem Durchlesen kann man entscheiden, ob das Stück zu einem passt.

Ein Stück auswählen

Ich hatte mir also mehrere Stücke schicken lassen und begann zu lesen. Manchmal merkte ich schon nach den erste paar Seiten, dass es mich nicht interessiert. Trotzdem habe ich mich dann bis zum Ende durchgebissen, denn man weiß ja nie. Ein Theaterstück ist ja noch nicht fertig, wenn man die Zeilen in der Hand hält. Es entwickelt sich mit der Zeit. Es ist ein Gemeinschaftsprozess, in dem sich nach und nach die eigentliche Botschaft des Stückes entfaltet. Vor allem steht ja nicht alles, was man auf der Bühne sieht, im Text drin. Man hat großen Spielraum, was die „Nebenhandlungen“ angeht. Also wo steht er in welche Position? Was nimmt er auf? Schenkt er sich nen Whiskey ein? All das kommt erst im Laufe des Probenprozesses. Aber nach welchen Kriterien habe ich nun mein Stück ausgesucht?

  1. Ideen: Wenn mir schon beim lesen Ideen für bestimmte Szenen kamen und sofort das Kopfkino anging, dann ist das ein gutes Zeichen.
  2. Inhalt: Das war mir natürlich sehr wichtig. Mag ich es? Mag ich die Botschaft?
  3. Sprache:  Gefällt mir die Sprache? Verstehe ich alles?^^
  4. Rollen: Wie viele Rollen werden gebraucht? Wie viele habe ich ungeführ zur Verfügung?
  5. Raum: Kann man das Stück in dem vorgesehen Raum inszenieren? Was ist schon vorhanden?
  6. Gefühl: Das Gefühl muss stimmen. Ich kann’s auch gar nicht richtig erklären, aber aus all den oben genannten Kriterien ergibt sich ein Bauchgefühl, das mir entweder davon abrät und schreit: Nimm es!

Stück auswählenDas Stück

Letztendlich habe ich mich für Die Leiche in der Badewanne von Mike LaMarr entschieden. Es handelt sich hierbei um eine Krimikomödie. Vier junge Stundenten leben zusammen in einer WG. Eines Morgens finden sie in ihrer Badewanne eine Leiche. Keiner kennt den Kerl oder weiß, wie er dort hingekommen ist. Am besten man lässt ihn verschwinden… wäre da nicht die Vermieterin hinter gekommen und hätte die Polizei gerufen…

Strichfassung anfertigen

Als ich mich endlich für ein Stück entschieden hatte, musste ich nur noch die Rechte erwerben und schon konnte es losgehen. Man kann in so einem Stück natürlich nicht beliebig streichen, aber einen gewissen Spielraum hat man schon. Zum Beispiel wird ein Kommissar bei mir zur Kommissarin. Außerdem werde ich in meiner Strichfassung schonmal den ein oder anderen Hinweis zum Bühnenbild hinterlassen. Einzelne Sätze kann ich hinzufügen oder streichen. Viele werde ich sicher nicht verändern, aber immerhin ein bisschen. Stellen wir während des Probenprozesses fest, dass es insgesamt einfach zu lang wird, können wir immer noch Sachen rausstreichen.

Das war’s erstmal zum Finden eines passenden Theaterstückes. Im nächsten Teil geht es darum, wie man zur richtigen Besetzung kommt. Seid gespannt. ;-)

Habt ihr auch mit Theater zu tun? Seht ihr eher zu oder spielt ihr selbst? Welche positiven und negativen Erfahrungen habt ihr mit dem Theater?

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Autor: priselotta

24 Jahre, Studentin (Theater- und Medienwissenschaft und Philosophie), verrückt nach Theater, Filmen, Serien, Büchern,...

5 Kommentare zu “[inszenieren] Das passende Stück auswählen

  1. Toller Beitrag. Ich geh gern ins Theater und war in der Schule damals auch beim Darstellenden Spiel. Hat immer Spaß gemacht, und ich fand es immer toll, unser Theaterstück zu entwickeln.

    Dein Stück / das Drama klingt ja für den Anfang scjonmal nicht schlecht, freu mich auf mehr und noch ein bisschen weiter hinter die Kulissen schauen zu können.

    Liebe Grüße

    • Hey, danke schön. =)

      Ja, das Stück ist natürlich nicht das tiefgründigste, aber es ist witzig und hat schön gezeichnete Charaktere ;)

      Ich werde euch auf jeden Fall aufm Laufenden halten. :)

      Liebe Grüße,
      Priselotta

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