liebeslieschen

{uni} Die Angst kontrolliert mich nicht mehr

11 Kommentare

Gestern vormittag saß ich an einem halb-ovalen Tisch im Prüfungsraum. Um mich herum vier weitere Prüflinge und unsere Professorin. Jeder sollte sein zweiminütiges Eingangsstatement zur Judith-Buttler-Vorlesung halten und das in alphabetischer Reihenfolge. Ich war die dritte. Und als ich so meiner Vorrednerin zuhörte, stieg es in mir auf. Mir wurde warm, meine Nase kribbelte und ich dachte nur: Nein. Nein, das darf doch nicht wahr sein. Ich darf nicht weinen. Ich darf keine Panik kriegen. Es soll mir nicht wieder so ergehen wir letztens beim Rousseau-Referat, wo ich mich total verrannt hatte. Ich besann mich auf das, was ich gelernt hatte. Konzentriere dich auf den Inhalt und auf das, was außen rum ist. Nicht auf das, was in dir vorgeht…

Und dann…

Und dann war ich dran. Und ich hab losgelegt. Ich bin einfach meinen Notizen gefolgt und habe über die Konstitution der Psyche geredet und über die Bedeutung für das Entstehen von Ausgeschlossenen. Es war nicht perfekt, aber ich habe viele Fragen aufgeworfen, was für unsere Diskussion am Schluss wichtig war. Und dann war es vorbei. Ich habe die Panik runtergeschluckt. Ich habe sie besiegt. Für dieses Mal zumindest.

priselotta.

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Bald: Das Mut-Punkte-Paradox.

Passende Themen:

{uni 17} Prüfungsangst. Hausmittelchen.

{uni 19} Mein Mutbuch.

{uni 2} Mut zum Aufpinseln.

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Autor: priselotta

24 Jahre, Studentin (Theater- und Medienwissenschaft und Philosophie), verrückt nach Theater, Filmen, Serien, Büchern,...

11 Kommentare zu “{uni} Die Angst kontrolliert mich nicht mehr

  1. sehr beeindruckend, gratuliere dir dafür! ich hatte in solchen situationen zum glück nie mit solchen panikdingen zu kämpfen, dafür bei präsentationen vor größeren menschenmengen – nach wie vor. ist manchmal schon ziemlich gemein, dieser kopf.

    • Danke, ich war auch ganz stolz auf mich. Vor allem, da es in letzter Zeit nicht so oft geklappt hat, dass ich mich beruhigen konnte.
      Musst du denn oft Präsentationen halten? Es hilft wirklich, wenn man sich nicht mehr auf sein Inneres, sondern einerseits auf den Inhalt und andererseits auf das Außenrum konzentriert. Es erfordert allerdings ein wenig Übung.

      • Das glaub ich dir!
        Nein – ich musste schon lang keine mehr halten. Auf der Uni hab ich mich mesitens für die Variante Seminararbeit entschieden, aber auf der FH war das ziemlich schlimm. Gegen Ende mit der Übung wurde es zwar besser, aber wenn ich inhaltlich nicht sattelfest war (und so würde es mir wohl nach wie vor gehen), dann fände ich es nach wie vor ganz fürchterlich.

      • Ich finde, man kann sich auch so „wunderbar“ in diese Angst reinfallen lassen. Es ist wie ein Rausch – der weder schön ist, noch ohne „Kater“ an einem vorüberzieht. Und die Angst ist eine gute Ausrede, um Dinge zu vermeiden, um Anstrengung zu vermeiden. Das ist eigentlich sehr schade.
        Oder wie ist das bei dir?

      • das stimmt natürlich. man kann das wirklich zelebrieren und dagegen sollte man auch ernsthaft ankämpfen – da kann man schon was dagegen tun, wenn man denn will.

        vermeiden tu ich es dann, wenn es meiner meinung nach unnötig ist (referate über „aufs aug gedrückte“ themen zb). wenn es aber wichtig ist, dann muss man sich so und anders überwinden.

      • Ja, du hast Recht. Es hilft nichts. Man kommt auch nicht weiter, wenn man sich nicht überwindet.

  2. Glückwunsch! Das ist wirklich toll. Mit so richtigen Panikattacken hatte ich zum Glück noch nie zu kämpfen, aber ich mag auch keine Vorträge oder mündliche Prüfungen. Erst recht nicht, wenn ich nicht so 100%ig Bescheid weiß, wovon ich eigentlich rede.

    • Oh, ja besonders schlimm ist es, wenn man keine ahnung hat, wovon man redet. Improvisieren liegt mir auch gar nicht.
      Musst du in deiner Ausbildung auch manchmal Vorträge halten?

      • Na ja, nicht wirklich. In der Schule vlt. mal nen Referat oder sonst ne Arbeit ganz kurz vorstellen, aber (bisher) nichts Großes und sonst im Betrieb halt mal irgendwelche Führungen für Praktikanten oder so (schlimm genug, wenn man das Gefühl hat, dass die kaum Interesse mitbringen und auch nichts sagen / fragen), aber das bewertet ja hinterher zum Glück auch niemand.

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